LIEBE MUSIKFREUNDE!

Angst und Fatalismus oder Dankbarkeit und Zuversicht?

Mozarts Requiem stellt eine zeitlose, ewig aktuelle Frage: „Dies irae, dies illa solvet saeculum in favilla/Tag des Zorns, jener Tag wird die Welt in Staub auflösen“ – oder „Lux aeterna luceat eis/Das ewige Licht leuchte ihnen?“ Furcht vor der Auslöschung oder Hoffnung auf ein besseres Leben – welches Gefühl, welche Haltung gewinnt unsere Herzen? Wenn Inflation und Teuerung wachsen, Menschen zunehmend populistisch wählen, isolationistische und dumme Egomanen demokratisch an die Macht kommen, Konflikte und Kriege sich globalisieren, künstliche Intelligenz kaum noch einschätzbar ist – kann man da noch hoffen, an die Menschheit glauben? Und wie war das wohl zur Zeit Mozarts, Schuberts, Schumanns? Inmitten von grassierender Armut und Krankheiten, zwischen Revolutionen, Kriegen und Polizeistaat? Ist die Situation heute schlimmer – oder doch besser? Haben wir verlernt, dankbar zu sein? Furcht oder Hoffnung: Zwei eng miteinander verwobene Abende, sozusagen ein „Fortsetzungskonzert“ mit Kainberg Quartett & Mikayel Balyan, auf der Suche nach Antworten.

Davor gibt es erstmals eine Kooperation mit La Strada Graz, die im Rahmen eines außergewöhnlichen Sonderkonzertes gleich sieben Musiker_innen um Marie-Theres Härtel und ein äußerst spannendes Programm nach Kainberg bringt.

Und seit vielen Jahren schon möchte ich das attensam quartett, den Rolls-Royce unter den Schrammelquartetten, dessen Aufnahmen ich seit Jahrzehnten liebe und bewundere, nach Kainberg holen: Dass ich nach einem Besetzungswechsel seit kurzem selbst dort mitspielen darf, ist Zufall – einer, für den ich sehr dankbar bin…

In Vorfreude auf ein Wiedersehen im August!

Herzlich
Ihr Florian Hasenburger