Johannes Dickbauer – Violine, Schwegel
Barbara Grahor-Vovk – Viola, Violine, Schwegel
Marie-Theres Härtel – Viola, Schwegel
Florian Trübsbach – Saxophon, Flöte, Klarinette, Oboe, Schwegel
Andreas Tschopp – Posaune, Schwegel, Kuduhorn
Johannes Bär – Tuba, Trompete, Posaune, Schwegel
Andreas Kurz – Bass, Schwegel

´Signal vom Dachstein´ ist ein mehrjähriges Community-Art-Projekt in der Dachsteinregion von La Strada Graz, in dem viele künstlerische Fäden miteinander verknüpft werden. Fünf Künstler mit Bezug zur Region – Marie-Theres Härtel (Komposition), Christoph Huber (Fotografie), Katharina Pfennich (Klangkunst), Christoph Szalay (Lyrik) und Stefanie Weberhofer (Film) – wurden 2021 eingeladen, einen künstlerischen Beitrag zu gestalten und beschäftigten sich seither intensiv mit der Vertiefung ihrer Arbeit im Kontext von Klimaveränderung im erweiterten Sinn. Die fünf eint eine besonders sensible künstlerische Weise, sich mit dem Verhältnis von Mensch und Natur auseinanderzusetzen und die der Region eigenen Fragestellungen ins Zentrum der Wahrnehmung zu bringen. 

Sie wurden vom Intendanten des Dachstein-Projekts Werner Schrempf und von einem jeweilig zugeteilten Mentor unterstützt und bei der Weiterentwicklung ihrer künstlerischen Arbeit begleitet.

Marie-Theres unternahm einige Dachstein-Überquerungen, verbrachte viel Zeit am Fuße des Dachsteins und brachte 7 Musiker aus Österreich, Slowenien, Schweiz und Deutschland zusammen. Im Jahre 2023 traf sich die Band am Frienerhof in Ramsau  und probierte erste Skizzen. Sie bestiegen Teile des Dachsteins, überlebten Klettersteige und erlernten Jodeln und Schwegelpfeife. 2024 wurde das Werk uraufgeführt und im selben Jahr die Komposition `Dachsteinklang` aufgenommen. Der alte `Frienerhof` aus dem Jahr 1345 gab der Aufnahmesituation eine einzigartige Atmosphäre: Tonmeister und Musiker in einem Raum, zur angrenzenden Küche eine Matratze eingeklemmt, um störende Geräusche abzuhalten, und letztlich eine besonders harmonische Klangwirkung, die die Resonanz vom alten Holz der Stube mit den Schwingungen der Instrumente erzeugte.

Johannes Dickbauer

Johannes Dickbauer ist ein österreichischer Geiger, Komponist und Improvisator, dessen künstlerische Arbeit sich frei zwischen Jazz, zeitgenössischer Musik, Klassik und improvisierten Formen bewegt. Mit großer stilistischer Offenheit, erzählerischer Intensität und einer unverwechselbaren klanglichen Handschrift zählt er zu den prägenden Stimmen der aktuellen europäischen Jazz-Violin-Szene.

Seine musikalische Ausbildung führte ihn unter anderem an das Mozarteum Salzburg, an die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie an das Curtis Institute of Music. Diese Vielschichtigkeit prägt bis heute seine Arbeit als Solist, Ensembleleiter und Komponist – eine Musik, die komplexe Strukturen mit unmittelbarer Zugänglichkeit verbindet und filigrane Klangarbeit ebenso zulässt wie treibende Grooves und energetische Verdichtung.

Ein zentrales Projekt ist das Ensemble J.D.HIVE, das seit seiner Gründung international von Publikum und Presse gefeiert wird. Bereits das Debütalbum Isn’t Dinner Lovely Tonight wurde für seine „komplexe Wucht“, „intensive Dringlichkeit“ und den spannungsvollen Kontrast aus kammermusikalischer Transparenz und kraftvollem Drive gelobt. Mit dem zweiten Album You Killed My Bleeding Heart vertiefte Dickbauer diesen Ansatz weiter: Internationale Medien beschrieben ihn dabei als „eleganten Violinisten“ und „Komponisten anspruchsvoller, zugleich zugänglicher Musik“.

Darüber hinaus leitete er das Dickbauer Collective, mit dem die CDs Mosquito Warrior und The Very Last Universe erschienen sind. Auch hier steht eine Musik im Mittelpunkt, die Detailreichtum und formale Raffinesse mit Offenheit, Energie und kollektiver Interaktion verbindet.

Johannes Dickbauer arbeitete mit zahlreichen international renommierten Musikerinnen und Musikern zusammen, darunter Johannes Berauer, Gwilym Simcock, Mike Walker, Bernhard Schimpelsberger sowie Wolfgang Muthspiel. Seine Konzerttätigkeit führte ihn in unterschiedlichsten Ensemblekonstellationen auf internationale Bühnen.

Neben seiner künstlerischen Arbeit ist Johannes Dickbauer als Pädagoge tätig und Professor für Jazz-Violine an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz. Dort arbeitet er gemeinsam mit Stephan Braun (Violoncello) und Jiří Slavík (Kontrabass) am Aufbau einer breit angelegten Ausbildung für Jazz-Streicher:innen. Ergänzend wirkt er als künstlerischer Leiter des Festivals Jazz am Bauernhof in Kremsmünster und engagiert sich intensiv in der Förderung junger Musikerinnen und Musiker. 

Barbara Grahor Vovk

Die international renommierte Bratschistin und Komponistin Barbara Grahor Vovk (*1994) verbindet auf ihrem Instrument klassische Virtuosität mit Jazzimprovisation und modernen Klangsphären. Nach ihrem klassischen Bratschenstudium in ihrer Heimatstadt Ljubljana (Slowenien) studierte sie Jazzimprovisation für Streichinstrumente an der Musikhochschule München und etablierte sich schnell als Mitglied verschiedenster Jazzensembles. Sie unterrichtet Bratsche am Konservatorium für Musik und Ballett Ljubljana. Neben laufenden klassischen Konzerten tritt sie unter anderem regelmäßig mit Slovenian Improvisational String Quartet, Geiger Gregor Hübner und Ensemble Munich Composer Collective, Sängerin Alma Naidu, Marie-Theres Härtel und Dachsteinband, dem Kontai Ensemble, Duo Samo and Barbara, Sängerin Zvezdana Novaković und Multiinstrumentalist Matthis Schriefl auf.

Marie-Theres Härtel

Marie-Theres Härtel (*1983) ist in der Steiermark als Musikantenkind neben dem Tanzboden aufgewachsen und hat dort schlafend in unzähligen Nächten die alpenländische Volksmusik in sich aufgesogen. Sie war Mitbegründerin der Gruppe Netnakisum, eine Vorreiterband der sogenannten „Neuen Volksmusik“. Ihr klassisches Musikstudium in Wien schloss sie mit Auszeichnung bei Gertrud Weinmeister ab. In ganz unterschiedlichen Ensembles wie der Grazer Oper, der Freien Theatergruppe Göttingen, Laura Winklers Wabisabi Orchester oder der WDR Big Band hat sie Erfahrungen gesammelt und ihren eigenen unverkennbaren Stil entwickelt. Heute ist Marie-Theres Härtel als Musikerin und Referentin international gefragt. Konzertreisen führten sie u.a. in die USA, nach China, Thailand, Indien, Pakistan und Afrika. Nach längerem Aufenthalt in Berlin lebt sie inzwischen mit ihrer Familie im Chiemgau. Zurzeit ist Marie-Theres hauptsächlich mit dem Move String Quartet, dem Duo Härtel Trübsbach und Matthias Schriefls Shreefpunk unterwegs, mit welchem sie 2019 den Neuen Deutschen Jazzpreis gewann. Für das Projekt Signal am Dachstein erhielt sie 2021 einen dreijährigen Kompositionsauftrag. Im November 2024 wurde ihr der Ernst und Rosa von Dombrowski Stiftungsfondpreis 2024 überreicht.

Florian Trübsbach

Florian Trübsbach (*1976) hatte das Glück, in jungen Jahren als Solist des Tölzer Knabenchors unter Persönlichkeiten wie Herbert von Karajan, Claudio Abbado und Lorin Maazel zu musizieren. Nach dem Stimmbruch nahm er Kompositionsunterricht bei Hans Werner Henze. Zufällig in ein Konzert von Dizzy Gillespie geraten, entbrannte seine Leidenschaft für den Jazz, die bis heute nicht nachgelassen hat. Er tauschte seine Geige gegen das Saxophon ein. Nach dem Abitur schloss er sein während der Schulzeit begonnenes Jazz-Studium in München ab und wurde mit dem „Bayerischen Staatsförderpreis für junge Künstler“ ausgezeichnet. In Hamburg setzte er seine Kompositionsstudien fort, bevor er sich dann in Berlin niederließ. 

Trübsbach hat mit verschiedenen eigenen Projekten sowie mit Ensembles und Musikern unterschiedlichster Genres wie Bill Holman, Joe Lovano, John Abercrombie, dem Stuttgarter Kammerorchester oder den „Fantastischen 4“ konzertiert sowie Rundfunk- und CD-Aufnahmen eingespielt. Konzertreisen führten ihn u.a. nach Syrien und Sibirien, nach Südafrika, Japan und China. Er ist Professor für Jazz-Saxophon an der Hochschule für Musik und Theater in München. Er lebt mit seiner Familie im Chiemgau. Wenn er nicht musikalisch unterwegs ist, trifft man ihn in seinen geliebten Bergen, eine Schwegelpfeife im Rucksack, denn so ganz ohne Musik geht es doch nicht.

Andreas Tschopp

Andreas Tschopp ist seit 20 Jahren als freischaffender Posaunist und Komponist tätig.

Seine Versatilität und Kreativität auf dem Instrument haben ihn zu einem der vielbeschäftigsten Posaunisten der Schweiz werden lassen, der auf allen Kontinenten und auf vielen international beachteten Festivalbühnen aufgetreten ist.

Zentrale Elemente in seiner künstlerischen Sprache sind das Bewusstsein für Klang und das Spiel mit dem Unerwarteten, welche ihn zu einer unverkennbaren und herausragenden Stimme auf seinem Instrument machen. 

Beide Elemente spiegeln sich auch in seiner kompositorischen Arbeit wider, insbesondere in seinen aktuellen Projekten What If We Align Our Breath, einem Soloprogramm mit Blasinstrumenten wie Kudu Horn, Posaune, Blockflöte oder Ton-Okarina, Bubaran, welches die Klangwelten des zeitgenössischen Jazz und der indonesischen Gamelanmusik mischt, oder Sparks and Tides, in dessen Klangbild elektronische und akustische Sounds verschmelzen.

Als Instrumentalist ist Tschopp auf einer Vielzahl von Alben zu hören, welche von freier Improvisation bis zu den Schweizer Poplegenden Züri West und Patent Ochsner und vom Duo bis zum Jazzorchester reichen.

Johannes Bär

Johannes Bär (*1983 in Andelsbuch) ist ein österreichischer Multiinstrumentalist, Komponist und Arrangeur, der für seine stilistische Vielseitigkeit bekannt ist. Der Absolvent des Mozarteum Salzburg (Klasse Prof. Hans Gansch) bewegt sich virtuos zwischen alpiner Volksmusik, Jazz und innovativen Crossover-Projekten. Sein Instrumentarium reicht von Blechblasinstrumenten und Alphorn bis hin zu Beatbox und Live-Looping.

Einem breiten Publikum wurde er als Mitglied des holstuonarmusigbigbandclub (HMBC) bekannt (Amadeus Award 2012). Aktuell prägt er Formationen wie die Dachsteinband von Marie-Theres Härtel, David Helbock’s Random/Control und das Härtel Quintett. Neben seiner Arbeit als gefragter Komponist und Arrangeur gibt er sein Wissen regelmäßig als Dozent weiter, unter anderem seit vielen Jahren bei der Johnsbacher Musikantenwoche. 2017 wurde Johannes Bär mit dem Kulturpreis des Landes Vorarlberg ausgezeichnet.

Andreas Kurz

Andreas Kurz gehört zu den gefragtesten Jazz-Bassisten Deutschlands.

Er studiert in München an der Hochschule für Musik und Theater bei Prof. Klaus Trumpf sowie am Richard Strauss Konservatorium bei Paolo Cardoso.

Im Lauf seiner Karriere spielte er unter anderem mit Benny Golson, Rick Margitza, Don Friedman, Karl Ratzer, Paul Kuhn, Rudi Mahall, Rebekka Bakken und vielen anderen. Konzertreisen führten ihn unter anderem nach Australien, USA, Libanon, Syrien, Jordanien, Rumänien, Polen, Slowakei, Frankreich und in die Tschechische Republik.

2009 wurde Kurz mit dem „Bayrischen Kunstförderpreis“ ausgezeichnet, im Jahr darauf gewann er mit dem „Tim Althoff Trio“ den „Neuen Deutschen Jazzpreis“.

Kurz ist mittlerweile auf 30 CD-Produktionen zu hören, 2014 erschien sein Debut-Album unter eigenem Namen „Caught into something turning“ bei Doublemoon Records.

IM KONZERT ZU HÖREN:

SONNTAG, 16. AUGUST 2026, 19.00 UHR

DACHSTEINKLANG

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