Aufgrund einer langwierigen Erkrankung kann Florian Hasenburger leider nicht bei Moment Musik 2026 musizieren. Er wird freundlicherweise von Anna Lindenbaum vertreten.

Annette Bik – Violine
Anna Lindenbaum – Violine
Ingrid Eder – Wiener Knöpferlharmonika
Michael Öttl – Kontragitarre

Zwei Geigen und eine Kontragitarre, ergänzt durch eine Knopfharmonika oder eine G-Klarinette. Das Urwiener Schrammelquartett verdankt seinen Namen den Brüdern Johann und Josef Schrammel, die im ausgehenden 19. Jahrhundert neben Johann Strauß und seinen Walzern zur musikalischen Visitenkarte Wiens wurden. Im Gedenken an die legendären „Schrammeln“ wurde ihr Name zum Synonym für genau diese Besetzung, in der man in Wien Polkas, Märsche, Tänze und Walzer spielte – und noch immer spielt.

Das attensam quartett in der Besetzung eines klassischen Wiener Schrammelquartetts spielt genau diese Musik, lässt sich aber nicht gern darauf beschränken. Seit Beginn ihrer Zusammenarbeit widmen sich die vier Musiker:innen der alten und der neuen Wiener Musik aber nicht ausschließlich. Der besondere Klangkörper „Schrammelquartett“ eignet sich bestens auch für die Aufführung von Musikstücken, die eigentlich nicht in der Wiener Volksmusik verortet sind. Brahms, Schumann, Schubert, Mahler, Beethoven und Cerha, Cech, Dienz, Muthspiel klingen jedoch famos im Schrammelquartett.

„Sowohl-als-auch“, das könnte als Überschrift über jedem Programm des Quartetts fungieren, sowohl alt als auch neu, sowohl traditionell als auch experimentell, sowohl vergnüglich als auch streng, sowohl samtweich als auch kantig. Und ist nicht gerade das „wienerisch“?

Projekte

Neue Wiener Lieder
2003-2005 „wean modean” im Rahmen des Festivals „wean hean”, gemeinsam mit dem Bariton Walter Raffeiner. Schrammelquartett kann auch zeitgenössisch. Für das Quartett geschriebene Kompositionen von Oskar Aichinger, Christoph Cech, Christoph Dienz, Katharina Klement, Christian Muthspiel, Judith Unterpertinger, dokumentiert auf der Extraplatte-CD „neue wiener lieder”.

In die Ribisl – vom Essen, Kochen und anderen lustvollen Dingen
Gemeinsam mit Anne Bennent widmen sich die vier dem Genuss: Wiener Musik von der Mitte des 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts, Texte und Kochrezepte von Alexandre Dumas, Francois Rabelais, H. C. Artmann, …

„Die Trafik vis-à-vis“
Franz Schuh übersetzte Fernando Pessoa ins Wienerische. Aus dem portugiesischen „Tabacaria“ wurde „Die Trafik vis-à-vis“. Schuh spricht, das attensam quartett spielt Musik von Aichinger über Brahms bis Schrammel.

„Zu Gast bei Friedrich Cerha“
Friedrich Cerha, geboren 1926 in Wien, vertonte Mitte der 80er Jahre Gedichte im Wiener Dialekt von Ernst Aloysius Kein und fügte diese zur „Keintate“ zusammen. 2018 bis 2019 bearbeitete er 26 Stücke daraus und vertonte ein Lied neu für das attensam quartett.
2018 „Zu Gast bei Friedrich Cerha” mit dem Bariton Wolfgang Resch
2019 „Zu Gast bei Friedrich Cerha II” mit dem Chansonnier Oskar Aichinger
Uraufführung im Rahmen des Festivals „weanhean 2018 und 2019” im Liebhartstaler Bockkeller.

2021 CD-Aufnahme mit dem Bariton Holger Falk. Die CD „Keintate I, II – Ausschnitte“ erschien 2022 bei KAIROS und wurde national und international gefeiert.

“Die Liebe zur Dichterliebe”
Robert Schumanns Dichterliebe-Zyklus, neu bearbeitet für Schrammelquartett von Christian Heitler, gemeinsam mit dem jungen Tenor Johannes Bamberger.

Zusammenarbeit mit Walter Raffeiner, Anne Bennent, Franz Schuh, Wolfgang Resch, Oskar Aichinger, Holger Falk, Johannes Bamberger, Christoph Dienz, Christoph Cech, Katharina Klement, Judith Unterpertinger, Philipp Tröstl, Christian Heitler, Andreas Lindenbaum, Friedrich Cerha, Kurt Schwertsik,…

Annette Bik

liebt es, sich in verschiedenen musikalischen Stilen und Epochen zu bewegen und auf der Violine auszudrücken. Als Mitglied des Klangforum Wien liegt ihr Schwerpunkt ganz klar bei der zeitgenössischen Musik mit ihren herausfordernden und unglaublich weitgefächerten Ausdrucksmöglichkeiten. Als gern gesehener Gast beim Concentus Musicus Wien widmet sie sich mit ebenso großer Liebe der Aufführung Alter Musik. Bei col legno ist ihre Solo-CD „Double Bach“ erschienen. Jedem Satz aus Bachs h-moll Partita steht ein für sie komponiertes zeitgenössisches Double gegenüber. Schon während ihres Studiums am Salzburger Mozarteum wurde sie Mitglied des Hagen Quartetts, dem sie 6 Jahre lang angehörte. Sie war Member des Chamber Orchestra of Europe und arbeitete mit so namhaften Künstlern wie Gidon Kremer, Clemens Hagen, Thomas Zehetmair oder Boris Pergamentschikow,… zusammen. Neben ihrer Tätigkeit als ausübende Musikerin unterrichtet sie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Anna lindenbaum

wuchs in Wien auf und absolvierte ihr Violinstudium an der Universität Mozarteum Salzburg und an der Musikhochschule Hamburg. Ihre musikalische Neugierde führte sie zur intensiven Auseinandersetzung mit zeitgenössischer und experimenteller Musik und zur Gründung des Ensemble NAMES, das 2023 mit dem renommierten Ensembleförderpreis der Ernst von Siemens-Musikstiftung ausgezeichnet wurde. Darüberhinaus ist Anna Lindenbaum als Gast in verschiedenen Formationen aktiv – wie auch hier in Vertretung von Florian Hasenburger im attensam quartett – und pflegt eine rege Konzerttätigkeit als Kammermusikerin sowie Interpretin Alter und Neuer Musik im In- und Ausland. Seit 2024 ist sie Mitglied der CAMERATA Salzburg. Konzerte sind Momente des Innehaltens und ermöglichen ein Zuhören nach innen und außen.

Ingrid Eder

die gebürtige Oberösterreicherin studierte Akkordeon am Konservatorium Wien.  Schon während des Studiums begann sie sich mit dem Tango Nuevo zu beschäftigen und lernte dafür Bandoneón zu spielen. Einer bestimmten Volksmusik zugeordnete Harmonikainstrumente unterscheiden sich in Klang und Spielweise und diese zu verwenden macht für sie den Reiz einer bestimmten Musik aus, für den authentischen „sound“ eines Schrammelquartetts braucht es die Wiener Schrammelharmonika mit ihrem speziellen sehr weichen Tremolo und ihrem großen Tonumfang. Sie ist Mitglied des Symphonischen Schrammelquintetts Wien und spielt gerne in verschiedenen Wiener Opernhäusern und Theatern im Orchester und auf der Bühne. Ingrid Eder unterrichtet an einer Wiener Musikschule Akkordeon und hat einen Lehrauftrag für Schrammelharmonika an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Als Musikerin ist die Interaktion in einem Kammermusikensemble die beglückendste Erfahrung, vor allem wenn die beteiligten Personen so spannend sind wie diejenigen, mit denen das Glück zu spielen sie haben darf.

Michael Öttl

der Stipendiat der Alban Berg Stiftung wuchs in Tirol auf und studierte klassische Gitarre in Innsbruck und Wien. Mit seinem Bruder, dem Gitarristen Martin Öttl, spielt er seit Kindheitstagen im Duo, wobei ihr Repertoire von klassischer Gitarrenliteratur bis hin zu zeitgenössischen Werken inklusive Uraufführungen ihnen gewidmeter Kompositionen reicht. Im Duo „True Lobster“ mit Caroline Mayrhofer spielt er Neue Musik für Blockflöte und Gitarre. Als Gastmusiker wurde er in verschieden Orchestern wie dem RSO Wien, neue oper wien, Klangforum Wien, PHACE Ensemble für Neue Musik engagiert. Als Solist führte er Christof Dienz’ Gitarrenkonzert mit dem Tiroler Kammerorchester InnStrumenti auf. Daneben ist  Michael Öttl seit Kindheit an der Volksmusik verbunden, aufgewachen in einer musikalisch sehr aktiven Familie empfand er die Beschäftigung mit zeitgenössischer Musik und Volksmusik nie als Gegensatz. Er ist seit ihrer Gründung Mitglied des Ensembles „Die Knödel“, was auch den Nebeneffekt hat, dass ihr Gründer Christof Dienz dankenswerterweise regelmäßig Kompositionen zum Repertoire des attensam quartetts beisteuert.

IM KONZERT ZU HÖREN:

SAMSTAG, 29. AUGUST 2026, 19.00 UHR

SCHRAMMEL SOUNDS

KONZERTIDEE UND PROGRAMM >>